Meine Back-Up-Strategie für Fotos auf Reisen

Viele andere Blogger haben bereits Artikel über deren Back-Up-Strategie für Fotos auf Reisen berichtet. Ich finde, je mehr Leute das machen, desto besser kann man sich darüber informieren und auch vergleichen, welche Möglichkeiten es gibt. Einen sehr guten und umfangreichen Beitrag haben Jenny und Sebastian von 22places veröffentlicht, den kann ich Dir wirklich empfehlen. Da ich allerdings ein paar andere Methoden habe, möchte ich auch auf den Zug aufspringen und euch meine Vorgehensweise etwas genauer zeigen.

Aber auch ich möchte erst einmal darauf eingehen, warum es wichtig ist, Dich um eine gute Strategie zu kümmern. Denn gibt es was schlimmeres, als verlorene Erinnerungen an die vielleicht beste Zeit Deines Lebens? Oder noch schlimmer wäre der Verlust von Kundendaten für einen Auftrag, den Du ortsunabhängig ausführst.

Eine durchdachte Strategie hilft Dir dabei, unvorhergesehene Ereignisse von vornherein zu vermeiden oder die Folgen eines Ausfalls des Systems zu verringern. Dazu zählen der einfache Verlust einer Speicherkarte, einer externen Festplatte oder der Ausfall der internen Festplatte des Laptops. Gerade in Regionen mit großer Hitze oder tropischer Feuchte kann es sehr schnell passieren, dass die empfindliche Technik ihren Geist aufgibt.

Durch für mich sinnvolle Back-Up-Strategien habe ich in den letzten Jahren kein einziges Foto mehr verloren. Und wie das genau aussieht, wirst du jetzt sehen und lesen. Welches Equipment ich derzeit benutze erfährst in einem meiner ersten Artikel.

 

Während der Reise

Ich bin normalerweise ohne Laptop im Urlaub. Dafür kommen entweder meine Canon EOS 600D oder meine Canon Powershot G5X in den Rucksack. Mein Handy ist eh immer dabei. Ich brauche also für zwei Geräte gleichzeitig Speicherplatz und dazugehörige Back-Ups. Da mein Handy, ein iPhone SE mit 64GB Speicherplatz, eigentlich ausreichend Platz für Unmengen an Bildern und Videos bietet, verzichte ich auf externe Speichermöglichkeiten. Und mal ehrlich, wer kopiert seine Handyfotos auf eine externe Festplatte? Ich kenne Keinen!

Im Moment habe ich über 2000 Fotos und circa 80 Videos auf meinem Handy, da passen auch noch einige drauf und müssen es auch. Warum erkläre ich später.

Dann kommen meine beiden Kameras, die sehr gerne große Dateien abspeichern! 😀
Ich schieße grundsätzlich in RAW. Damit halte ich mir die Möglichkeit offen die besten Bilder so zu bearbeiten, wie ich das möchte. Das geht mit JPEG einfach nicht mehr. Einige fotografieren in RAW+JPEG gleichzeitig, aber das halte ich für unnötig, die RAW-Dateien kann man später auch umwandeln und so halte ich mir Platz auf meiner Speicherkarte frei.

Pro Foto kommen knapp 20-25 Megabyte zusammen, früher hätte man etliche Speicherkarten für einen Tag gebraucht, aber mit den heutigen Größen von 32GB bis teilweise sogar 512GB ist das kein Problem mehr.

Ich habe meistens zwei Speicherkarten dabei, falls eine ausfällt, kann ich die andere benutzen und muss mir keine neue kaufen. Außerdem ist es sinnvoll sich zwei „kleine“ einzustecken. Stell dir vor, du hast zwei 128GB Speicherkarten dabei und benutzt immer nur eine über eine Woche hinweg. Und dann fällt sie aus. Alles ist weg.

Eine Woche Fotografieren wären bei mir ungefähr 17GB an Daten, wozu brauche ich dann überhaupt eine so große Speicherkarte? Ich benutze eine Speicherkarte mit 8 Gigabyte und eine 64GB Speicherkarte. Die 8GB-Karte benutze ich zum Fotografieren, die 64GB-Karte als „Ersatz“ und Speichermedium für anderen Kram. Dokumente, zuvor zu Hause gesicherte Fotos für Instagram etc.

 

Das Netzwerk-Back-Up

Und jetzt erkläre ich dir, warum ich auf meinem Handy immer Speicherplatz frei lasse. Die Fotos von einem Tag übertrage ich entweder per WLAN von der Canon Powershot G5X oder von der EOS 600D per SD-Card-Lightning-Adapter auf mein iPhone. Das klingt erst einmal total bescheuert oder?

Aber hier ist die Begründung: Auf meinem Handy befindet sich die „DS Photo“-App, welche automatisch meine Bilder erfasst. DS steht dabei für Diskstation und bezeichnet die Synology NAS-Produkte. Ein NAS ist ein „network attached storage“, auf deutsch: Netzwerkspeicher. Dieser steht bei mir zu Hause in Berlin und rödelt 20 Stunden am Tag vor sich hin.

 

Back-Up-Strategie auf Reisen

 

In diesem Netzwerkspeicher befindet sich eine 4TB Festplatte, welche all meine persönlichen Daten speichert. Und da sich das ganze Ding „Netzwerkspeicher“ nennt, habe ich den Vorteil, von überall auf der Welt Zugriff auf meine Daten zu haben. Natürlich nur, solange ich Internet habe 😉

Die App erfasst also alle Bilder und lädt sie automatisch bei verfügbarem WLAN auf meinen Server. Je nach Upload-Geschwindigkeit und Datenmenge hat das bisher immer zwischen 5 Stunden und einer halben Stunde gedauert. Über Nacht lässt sich sowas gut machen, wenn man WLAN hat.

Ansonsten warte ich einfach bis ich wieder Zugang zum Internet habe. Sobald ich sehe, dass alle Bilder „zu Hause“ sind, lösche ich diese wieder vom Handy. Das mache ich mit „Workflow“. Ein Fingertipp und alle Bilder des jeweiligen Tages oder eines anderen bestimmten Zeitraumes, die eine Dateigröße von über 10MB haben, sind sofort gelöscht. Schneller geht’s nicht!

 

Back-Up vom Back-Up

Da ich natürlich auch, berechtigt, Angst habe, dass die 4TB-Festplatte ausfällt, bietet Synology die Möglichkeit ein Back-Up von bestimmten Daten des NAS in eine Cloud hochzuladen. Und die Cloud heißt bei mir Amazon. Als Student zahle ich für Amazon Prime 24€ im Jahr und bekomme dafür eine schnellere Lieferung, Amazon Prime Video und Photo. Das beste an der ganzen Sache: Es gibt unbegrenzten Speicherplatz für alle Foto-Formate, also auch für die gängigen RAW-Formate aller Kamera-Hersteller. Ein Traum für jeden (Hobby-)Fotografen!

Ich musste dafür nur den kompletten Foto-Ordner meiner Diskstation auswählen und schon lief das Rädchen. Insgesamt drei!!! volle Tage hat es gedauert, bis meine komplette Fotosammlung synchronisiert war. Seitdem werden alle neuen Fotos innerhalb von Sekunden in die Cloud geladen. Und ich habe auch mit der Amazon Cloud Zugriff von überall. Doppelt hält besser und ich bin glücklich!

Die Datensicherheit spielt hier natürlich auch eine große Rolle. Ich habe keine Bilder in der Cloud, die meine Privatsphäre in dem Maße stören würden, hätte jemand Zugriff darauf. Das Unternehmen hat seinen Sitz in den USA, also sei Dir bewusst, dass die Daten zu jeder Zeit eingesehen werden könnten.

 

Lokales Back-Up

So etwas gibt es bei mir eigentlich nicht. Da ich bisher nie große Probleme hatte ins Internet zu kommen, während ich auf Achse war, konnte ich die Bilder oft direkt auf mein NAS laden. Der Rest der Bilder bleibt auf der Speicherkarte, welche als provisorisches Back-Up dient. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Speicherkarte und mein NAS ausfallen?
Sollt das doch einmal passieren, werde ich mich eine Weile ärgern und mir dann eine neue Strategie ausdenken.

 

Fazit

Insgesamt benötige ich für meine Back-Ups jeden Tag, oder je nachdem wie oft ich meine Bilder speichern möchte, ungefähr zehn Minuten  am Handy und der Kamera. Alles andere passiert mittlerweile automatisch, sodass ich da gar nicht mehr großartig drüber nachdenke.

Die Einrichtung des NAS, der DS-Photo-App, die Synchronisierung mit der Amazon Cloud und das Erstellen des Löschen-Vorgangs mit „Workflow“ hat mich aber auch eine Menge Zeit gekostet. Wem das Spaß macht und wer sich dafür interessiert, der hat aber keine Probleme sich damit zu beschäftigen.

Mir hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich habe wieder eine Menge dazugelernt. Allen anderen empfehle ich: Ihr packt das! Mit ein bisschen Zeit und vielen Google-Suchen ist das auch für Euch ein Kinderspiel. Ansonsten schreibt mich einfach an, wenn ihr Fragen haben solltet. Dafür mache ich das hier! 🙂

Meine Fotos sind an zwei, bis jetzt, ausfallsicheren Orten gespeichert. Erstens, auf meinem NAS zu Hause und zweitens: der Amazon Cloud, welche die Bilder direkt von meinem NAS automatisch hochlädt.

Meine Back-Up-Strategie hat bei mir bisher super funktioniert und ich denke, ich werde das auch in Zukunft so beibehalten. Sollte etwas schiefgehen, dann werde ich alles noch einmal überprüfen und ändern. Eigentlich freue ich mich schon auf nächtelanges Rätseln, Installieren und Einrichten. Auch wenn das heißt, dass vorher Bilder verschwunden sind 🙁

Wie sieht’s bei dir aus? Hast du ein ähnliches System oder ein komplette anderes? Ich würde mich über einen Kommentar mit deinen Erfahrungen freuen!

 

 

 

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